Dieser Brief wurde mit dem Ziel verfasst, den Standpunkt der Eltern der Schüler der Grundschule der Deutschen Schule Valencia im Hinblick auf die aus der Ablehnung der Erhöhung der Klassenzahl durch die entsprechenden deutschen Behörden resultierenden Probleme darzulegen. Dieser Brief ist eine Zusammenfassung der Sorgen, Wünsche und Pläne, die in der am Donnerstag, dem 2. Juni 2005 stattgefundenen Versammlung vorgebracht wurden.
1- Die Eltern der Kinder der Grundschule sind besorgt über die zukünftige Qualität der Ausbildung, die unseren Kindern zuteil wird. In diesem Sinne hat das kürzlich von der Schulleitung versandte Rundschreiben unsere starke Besorgnis aufgrund verschiedener Gründe hervorgerufen. Zunächst weil das Rundschreiben uns nicht mehr als die Tatsache zur Kenntnis gebracht hat, dass Gründe, die nicht akademischer oder pädagogischer Natur sind, zu einer Selektion der Schüler zwingt, die weiterhin die Schule besuchen dürfen, und diese über das notwendige Mass hinaus geht. Zum zweiten, weil in dem Schreiben keine adäquate Lösung des Problems vorgeschlagen wurde. Im Gegenteil, ein auf fehlenden Räumen und /oder ökonomischen Gründen basierendes Problem wurde als ein akademisches dargestellt. Als Resultat dessen hat das Schreiben vornehmelich starke Besorgnis in der Elternschaft hervorgerufen, die auf nachvollziehbaren Motiven beruhen: Wenn heute 2 Dritte Klassen bestehen und in einem Zeitraum von 4-5 Jahren aus Platzgründen nur eine fortbestehen kann, hat die Hälfte der Kinder die Schule zu verlassen. Dies dann unter Vorgabe von Gründen einer “unzureichenden schulischen Entwicklung”.
2- Die Eltern der Schüler der Grundschule sind nicht daran interessiert, zu erfahren, wer in der Vergangenheit die Fehler gemacht hat, die zur der heutigen Situation geführt haben. Vielmehr erwarten wir vornehmlich Lösungen der beschriebenen Situation, um unsere Kinder in den Genuss der Schulsausbildung in der gewohnt guten Qualität kommen zu lassen, ohne diese einem unangemessenen starkem Selektionsprozess auszusetzen. Wir sprechen von Menschen, vor allem von Kindern und aus diesem Grund glauben wir, dass die Ausbildung wie sie stets in der Deutschen Schule praktiziert wurde, – obwohl streng und auf Auswahl bedacht – zu einer menschlichen und auf soziale Kompetenzen ausgerichteten Erziehung führt. Wir glauben, dass ein hartes und unnachgiebiges Wettbewerbsumfeld in der Erziehung über die Zeit diese Aspekte vernachlässigt. Aufgrund dessen sollte das Problem so spezifisch gesehen werden wie es eigentlich ist, ein Problem der Räumlichkeiten und der Finanzierung.
3- Die Eltern der Schüler der Grundschule haben vollstes Verständnis für die Entscheidung der Deutschen Behörden, die Mittel für die Deutschen Schulen in Spanien nicht zu erhöhen. Ungeachtet dessen sollte berücksichtigt werden, dass wir keine Kenntnis davon hatten, dass vor Jahren eine Entscheidung getroffen wurde, die Zahl der Kinder im Kindergarten und in der Grundschule zu erhöhen (seit 1999 bis heute). Diese Entscheidung ist der Grund für das aktuelle Problem. Wir wurden jedoch zu keinem Zeitpunkt über die möglichen Konsequenzen informiert. Aus diesem Grund sehen wir es jedenfalls als moralischen und ethischen Betrug, wenn nachträglich die Regeln geändert werden, die bei Eintritt unserer Kinder galten. Wir werden weder die vagen Angaben, wie sie die Deutsche Schule in der Vergangenheit zur Rechtfertigung dieser Situation vorgebracht hat, noch die vornehmlich akademischen Mittel die sie in der Zunkunft anzuwenden gedenkt, akzeptieren. Wir wünschen, dass die entsprechenden Leitungsorgane der Schule in der für eine derart aussergewöhnliche Situation notwendigen Weise handeln.
4- Die Eltern der Schüler der Grundschule haben Verständnis dafür, dass jede angemessene Lösung eine Reihen von Massnahmen zur langfristigen Sicherung der Deutschen Schule in der bekannten Form erfordert, die die besondere Situation in der wir uns alle befinden, berücksichtigt (die Deutsche Schule als angesehenen Einrichtung wie auch die Eltern der betroffenen Schüler). Zur selben Zeit bedarf es einiger kurzfristiger Massnahmen, die Ausnahmecharakter haben und befristet sind, um das aktuelle Problem zu lösen. Was die langfristigen Entscheidungen betrifft, verstehen wir, dass Deutschland lediglich bereit ist, zwei Klassen pro Jahrgangsstufe (A und C- Klasse) finanziell zu unterstützen. Dies muss die Struktur der Deutschen Schule entsprechend berücksichtigen. Aus diesem Grund ist es notwendig, so früh wie möglich gegenüber den Deutschen Behörden zu erklären, dass die Zahl der Schüler pro Jahrgangsstufe reduziert worden ist und nur eine angemessene Zahl von Schülern aufgenommen wird (und nicht 50-60, wie in den Jahren zuvor). Damit bleibt aber das aktuelle Problem der zu hohen Zahl von Schülern (unseren Kindern). Es ist offensichtlich, dass auf die entsprechende Erhöhung der Klassenräume verzichtet werden sollte. Ungeachtet dessen sollte die Schulleitung Lösungen für das übergangsweise bestehende Raumproblem ausarbeiten und vorschlagen. Die Eltern verstehen, dass es sehr schwierig ist, die zuständigen Behörden in Deutschland zu einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung zu bewegen, bis die Zahl der Klassen pro Jahrgangsstufe auf 2 reduziert ist. Die Eltern der Grundschule verstehen, dass es nicht damit getan ist, z.B. für einen Zeitraum von mehreren Jahren einige Container-Klassenräume aufzustellen und einen Lehrer mehr einzustellen, wie es ursprünglich vorgesehen war. Wir sind uns ebenfalls bewusst, dass die Behörden in Deutschland - ebenso wenig wie wir - an dieser Situation schuld sind, beide Seiten aber sensibel genug sein sollten, um nach einer Lösung für die Probleme unserer Kinder zu suchen.
5- Die Eltern der Schüler der Grundschule sind sich bewusst, dass das Ansehen und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Schule auf dem Spiel stehen. Aus diesem Grund sind wir bereit, mit der Schulleitung in jeder in diesem Fall gebotenen Weise zusammenzuarbeiten, die unter den gegebenen finanziellen Restriktionen eine qualitative hohe Ausbildung unserer Kinder gewährleistet und die von den deutschen Behörden mitgetragen werden. Im einzelnen wünschen wir die Beteiligung der unterzeichnenden Eltern als Vertreter der der Grundschule in der Komission.
Der Schulelternbeirat wurde über diesen Brief informiert.